Chronik des VfB 1924
Von der Gründung 1924 bis zum Jahr 1946


Im April des Jahres 1924 wurde der VfB Aßlar von zehn kaum der Schule entwachsenen jungen Burschen gegründet. Es waren die Sportkameraden Albert Debus, Heinrich Debus, Hermann Debus, Wilhelm Debus, Wilhelm Diehl, Heinrich Keul, Heinrich Kleemann, Karl Mathes, Karl Rumpf und Wilhelm Zipp. Sie wählten die Gastwirtschaft „Zum goldenen Löwen“ von Otto Schmidt zum Vereinslokal. Viele Jahre später siedelte der Verein nach Schließung der Gastwirtschaft Schmidt im Zuge der Engpassbeseitigung in die Gastwirtschaft „Zum kühlen Trunk“ von Heinrich Diehl über. Heute spielt sich unser Vereinsleben vornehmlich in unserem Vereinsheim am Sportplatz ab.

Groß waren die Schwierigkeiten, mit denen der junge Verein, der sich die blauschwarzen Farben als Vereinsfarben auswählte, zu kämpfen hatte. Mit dem echten Idealismus vergangener Tage wurden alle Schwierigkeiten gemeistert, ob es die Sportplatzfrage, die Spielbekleidung, das Ballmaterial oder die Transportmöglichkeiten waren. Eine gute Kameradschaft und eine natürliche Begeisterung versetzten Berge. Spielerische Erfolge stärkten und festigten das Selbstvertrauen.
Im Jahre 1926 trat der VfB dem westdeutschen Spielverband (WSV) im Deutschen Fußballbund (DFB) bei. Dank seines fortgeschrittenen spielerischen Könnens übersprang der VfB die damalige C-Klasse und wurde gleich in die B-Klasse eingegliedert. Die Spieler Hermann Debus, Heinrich Koob, Willi Klees, Karl Kröll, Wilhelm Hubert, Friedrich Würz, Heinrich Gotthardt, Heinrich Bernhardt, Heinrich Kissel, Friedrich Lenz, Fritz Becker, Hermann Reitz, Willi Muskat, Karl Diehl, Karl Hainz, Wilhelm Kissel, Karl Rumpf und die dazu stoßenden Jugendlichen Wilhelm Debus, Heinrich Kleemann und Heinrich Keul I. (Kilb) konnten auf Anhieb die Meisterschaft erringen und in die A-Klasse aufsteigen.

 

Die Mannschaft hielt sich dort in ihrem ersten Spieljahr mit einem 3. Tabellenplatz ausgezeichnet und stand am Ende der Spielzeit 1928/29 mit Ehringshausen punktgleich an der Tabellenspitze.
Das notwendige Entscheidungsspiel wurde am 5. Mai in Wetzlar auf neutralem Platz an der Nauborner Straße ausgetragen und endete mit einem 1 : 0 Sieg des VfB Aßlar, der aber erst in der Verlängerung erzielt werden konnte.
Damit war der Aufstieg in die Kreisliga, bzw. 2. Bezirksklasse geschafft. Diesem, für die damalige Zeit ungewöhnlichen sportlichen Ereignis – ein Markstein in der Geschichte des VfB- folgten nun bis zur Spielrunde 1932/33 erfolgreiche Jahre in der Kreisliga ( auch 2. Bezirksklasse genannt ). Mit vorderen und mittleren Tabellenplätzen unter den Vereinen Frohnhausen, Niedergirmes, Ehringshausen, Dillenburg, Burg, Heuchelheim, Butzbach, Sechshelden, Großen-Buseck, Weilburg, Löhnberg, Laubach, Wallau, Steindorf, Burgsolms und Oberbiel.

Im Spieljahr 1933/34 erfolgte eine Neueinteilung des Spielsystems. Aßlar wurde der Kreisklasse zugeteilt, die hauptsächlich von Vereinen an Lahn, Dill und Ulm gebildet wurde. Es spielten bis zum Ausbruch des Krieges in der Kreisklasse A Gruppe Wetzlar bzw. Gruppe Dill um die Meisterschaftspunkte die Vereine Aßlar, Bissenberg, Ehringshausen, Burgsolms, Allendorf, Holzhausen, Ulm, Niedergirmes, Nauborn, Werdorf, Sportfreunde Wetzlar, Wetzlar 05 ( II. Mannschaft ) und Büblingshausen.

Einflechten möchte ich an dieser Stelle das 10jährige Stiftungsfest des VfB Aßlar im Jahre 1934. Einen ausführlichen  Bericht von den Jubiläumsveranstaltungen finden Sie in unserer Festschrift aus dem Jahre 1964. Die Jubiläumsspiele wurden damals mit fast allen Mannschaften des benachbarten TuS Naunheim bestritten.

In der Kreisklasse spielte Aßlar eine gute Rolle und konnte im Spieljahr 1935/36 die Meisterschaft erringen. Im letzten Verbandsspiel siegte Aßlar mit 2 : 0 gegen Ulm durch zwei Bombenschüsse von Karl Pohl.

Zur Mannschaft gehörten die Spieler W. Schlegel, F. Mathes, K. Neuhaus, W. Linden, O. Keul, K. Gerth, H. Bernhardt, W. Kröll, K. Pohl, H. Keul, O. Hedrich, H. Rinker, W. Debus, W. Hubert, H. Alffen und W. Pfeiffer. Der Aufstieg in die Bezirksklasse blieb versagt, da wir in der Aufstiegsrunde nur den 3. Platz belegen konnten.

Im Spieljahr 1937/38 wurde Aßlar erneut meister vor Ehringshausen. Der VfB galt in der Aufstiegsrunde nach seinen sensationellen Siegen gegen VfB Gießen (7 : 0), Dillenburg, Burgsolms und Lich schon als sicherer Aufsteiger, als am „grünen Tisch“ einem Einspruch seitens Ehringshausen aus der Punktrunde stattgegeben wurde, wodurch wiederum ein Entscheidungsspiel gegen Ehringshausen auf neutralem Platz in Gießen notwendig wurde. Dieses Spiel wurde 15 Minuten vor Spielende wegen durch Zuschauer verursachter Vorkommnisse beim Stande von 1 : 0 für Ehringshausen abgebrochen und für Ehringshausen als gewonnen gewertet. Nachfolgende Proteste wurden zugunsten des VfB Aßlar entschieden. Aßlar wurde nachträglich in die Bezirksklasse eingeteilt, sollte aber schließlich noch eine Qualifikationsrunde gegen Burg und Ehringshausen bestreiten.

Das Tauziehen hinter den Kulissen und unverständliche Machenschaften führten zu einem Verzicht Aßlars. Unsere Mannschaft nahm aus diesen Gründen nicht offiziell an der Spielrunde 1938/1939 teil.

Im Zuge der Gleichschaltung verloren während des Dritten Reiches immer mehr Vereine ihre Selbständigkeit. So kam es auch, dass im Jahre 1937 der TV 08 Aßlar im VfB Aßlar aufging. Die Sportgemeinschaft beider Vereine dauerte bis zum Jahre 1954. Der VfB war nun einmal im Sinne seiner Gründer ein reiner Fußballverein. Da die Turner ihre Belange in einem selbständigen Turnverein besser gewahrt glaubten, trennten sie sich in gütigem Einvernehmen von den VfB-lern und beschlossen die „Neugründung“ ihres TV 08 Aßlar. Es sei hier ausdrücklich betont, dass viele Aßlarer Sportsfreunde Mitglieder in beiden Sportvereinen sind, was in der Vergangenheit eine gegenseitige Verständigung bewirkt hat und auch in Zukunft einen guten Einfluss auf eine gedeihliche Zusammenarbeit haben möge.
Die Spieljahre 1939 – 1945 waren vom Krieg gezeichnet. Die Spielstärke ließ durch Abwanderungen und Militärdienst immer mehr nach. Spieler aus Aßlar, Werdorf und Berghausen schlossen sich zu Spielgemeinschaften zusammen und hielten den Spielbetrieb bis zum Jahre 1942 aufrecht. Nun wurde der Seniorenspielbetrieb gänzlich eingestellt. Lediglich die Jugendspiele wurden in Spielgemeinschaften bis zum Ende des Krieges fortgesetzt.
Mit dem Zusammenbruch im Jahre 1945 wurden durch Beschluss der Militärregierung alle Vereine praktisch aufgelöst. Die notwendige „Neugründung“ des VfB wurde aber noch im Jahre 1945 vollzogen. Die Schwierigkeiten beim Neubeginn waren ungeheuer groß. Doch der zähe Sportsgeist führte unsere Jugendlichen und die zurückkehrenden „Alten“ zusammen und ließ bald wieder eine brauchbare Mannschaft entstehen. Sie nahm im Spieljahr 1945/46 in der Kreisklasse A, Gruppe Dill, an der Punktrunde teil und wurde Meister. In einer Spielrunde der Gruppenmeister um die Kreismeisterschaft belegte Aßlar hinter der „Eintracht 05“ Wetzlar den 2. Platz vor Burgsolms, Holzhausen und Altenkirchen. Der verdiente Aufstieg wurde aus Traditionsgründen unverständlicherweise einem anderen Verein zugesprochen.